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Das Sakrileg

Das Sakrileg des Privilegs 

Verneigt euch nur, ihr werte Herren,-

und auch die Damensoll man ehren-

begrüßen wir mit viel Applaus

die Günstlinge in unser' m Haus.
 

Nun, ohne Zweifel gibt es sie,

gewachsen in der Hierarchie,

geprägt, gefördert und gespalten

von Leuten, die auf "Träger" halten.
 

Ein Günstling kommt nicht auf die Welt!

Ein Günstling, der wird erst bestellt,

sondiert, gemustert, auserkoren,

verdient er sich noch keine Sporen.
 

Erst mit der Zeit, so wie beim Wein,

reift er zu einem miesen Schwein,

kehrt er sein schwarzes "Ich" hervor

und steigt die Leiter schnell empor.

 

Beim Kriechen ist er nicht zu schlagen,

und niemand wird es hinter fragen,

warum er plötzlich oben ist

und mit gold" nen Löffeln frißt.
 

Sei" s nun sein Rang in Politik,

bringt seinem Chef er nur die Tschick,

auch Schlapfen, Zeitung, Kaffee oder

kratzt er zum Schluß auch seinen Goder?
 

Doch dieses Tun ist allemal

des Günstlings Treiben ganz egal,

führt ihn auf diesem trüben Weg

ein jeder Schritt zum Privileg.
 

Ein Privileg, wie mir so scheint,

die nur die Günstlinge vereint

mit eben wieder diesen Leuten,

um Schritt für Schritt voranzuschreiten.
 

Von Rücksicht halten sie nicht viel

und konsequent geht" s Richtung Ziel,

vernadert wird um jeden Preis,

das ist des Günstlings größter Fleiß.

 

Es winken ihm doch hehre Preise,

Zeitausgleiche haufenweise,

Dienstfreistellung nimmt man gerne,

für den Urlaub pflückt man Sterne.
 

Vor jeder Arbeit drückt er sich,

Kollegen läßt er gern im Stich,

beim Kranksein gehts ihm wunderbar,

droht doch von oben null Gefahr.

So führt er denn ein tolles Leben,

niemand wird ihm Saures geben,

passieren kann ihm nicht sehr viel

in diesem Intrigantenspiel.
 

Es ist ein leichtes für den Nichtsnutz

zu bekommen jeden Schutz

von den Händen, die er füttert,

weil er deren Leichen wittert.
 

Und sie gewähren ohne Frage

jedes kleine Trinkgelage,

Orgien und Völlerei,

sind auch mit Eifer selbst dabei.

 

Womit sie geben selbst ein Zeichen,

für die vielen, vielen Leichen

in ihrem Keller ohnehin

ganz in ihres Günstlings Sinn.
 

So wollen wir sie heute ehren.

Wir - von denen sie nur zehren!

Auf unser" n Schultern ruht die Last.
Der Günstling ist und bleibt ein Gfrast!

 

Dies Prädikat wird ihm zuteil

als Dank für all die kurze Weil'

und möge er in höchsten Tönen

die Oberen noch lang" verwöhnen.
 

An einem Ort, der stets geheim,

dort fühlt der Günstling sich daheim.
Wir wünschen nur, ganz ohne Häme -

daß für das "Braune" er sich schäme!!

 

Franz J. Stiefsohn

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