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Der Meuchelmörder Ferdinand

Der Meuchelmörder Ferdinand

Als kleiner Bub war er oft krank
der Meuchelmörder Ferdinand.
Von Vater' s Schlägen rot blessiert,
mit Ledergürteln streng dressiert,
blieb Ferdinand auch nichts erspart,
denn nicht grad zärtlich, vielmehr hart
war auch die Liebe Mutterhand
und Hass wuchs bald in Ferdinand.
Ein Hass, der sich auf Frauen legt,
die Ferdi meuchlings dann erschlägt.

Zur Jugendzeit gab`s für ihn kaum
im Schlaf mal einen schönen Traum.
Nur wirre Kreis' und bunte Blitze
des Ferdinandes Geist erhitze,
ein böses Fieber ohne Ende
schaurig dröhnen Zimmerwände,
in der Schul nur Kampf und Streit,
kein Spiel mal in der Zweisamkeit,
keine Plauderei, immer nur allein,
doch Ferdi wollt' was bess' res sein.

Selbst die Lehre - öd und bieder
war dem Ferdi bald zuwider.
Spott und Hohn - tagein, tagaus,
Schluss, hört auf - und aus, aus, aus!
Der Druck im Kopf wird immer größer,
krampfhaft fest halt er das Messer,
innerlich die Stimme spricht
Ferdi tu' s, tu' s jetzt, tu' s nicht!
Die Gedanken schleudern schnell
Blitze zucken schwarz und hell,
ein tiefes Loch und nirgends Grund,
dem Ferdi steht der Schaum vor' m Mund
und immer schwerer wird sein Kopf
er packt die Frau an ihrem Schopf,
schnell und kräftig sticht er zu -
im Kopf kehrt ein die heil' ge Ruh'.
Stich um Stich und Hieb um Hieb
ein Wahnsinn war, was übrig blieb!
Nun liegt sie da, das arme Weib,
blut besudelt glänzt ihr Kleid,
das Auge bricht, die Seel` fährt raus,
ade du Welt - es ist ein Graus!

Es rackert bald die Polizei,
dem Ferdi ist das einerlei.
Voll Stolz ist er auf seine Tat,
weil er etwas geleistet hat!
Nur ist es eben, wie es ist,
die Polizei baut wieder Mist.
Spuren sichern, Zeugen suchen,
Zeitung Lesen- Kaffee, Kuchen,
als Alibi das Telefon,
ein Inserat - was ist das schon?
Nach ein paar Tagen, frech und frei
ist die Mörderjagd vorbei.
Der Ferdl aber, der nicht reute,
sucht wiederum nach einer Beute.
Tippel, tappel, tippel, tappel,
vom Frauenschuh ein keck' Getrappel
dringt an Ferdi' s feine Ohren -
mein Gott, o' Weib, du bist verloren!
Denn das Schicksal hält nicht inne,
dem Ferdl schwinden seine Sinne
und abermals der Druck im Kopf
schon zieht er sie an ihrem Zopf,
aus schönem Mund ein lauter Schrei,
nach ein paar Schlägen ist' s vorbei.
Mausetot und auf dem Bauch
Liegt s`Opfer unterm Beerenstrauch.
Ferdinand gibt Fersengeld
o' Herr - wie böse ist die Welt!

Sehr viel Zeit im Nu vergeht,
die Polizei kommt wieder spät.
Aber langsam mit Routine
zieht man zurück sich zur Kantine,
wo schon bald bei Wurst und Wein
man sich bewahrt den Glorieschein.
Ein guter Plan wird ausgeheckt –
doch vor den Medien versteckt -
denn nichts soll diesen Mörder warnen,
damit' s gelingt, ihn zu enttarnen!

Plan hin, Plan her, es ist ein Hohn
zwei Opfer zu beklagen schon,
und ihr Mörder läuft noch frei! -
was macht sie bloß - die Polizei ?!
Während sie den Plan bewerten
dringt Ferdinand in fremde Gärten.
Es kann nicht sein, doch ist es wahr
der Ferdl zieht ein Weib beim Haar!
Oh, grässlich - dieses Schicksal leiden
und niemand mag die Tat vermeiden.
Wiederum ist' s schnell vorbei
der Mord an Opfer Nummer drei!

Die Panik macht beim Volk sich breit
zu schaurig klingt die Einzelheit
der Morde, über die man spricht:
Die Todesstrafe für den Wicht!
Die Polizei steht ratlos um
und kommt sich dabei ziemlich dumm.
Ein Häufchen Elend, nicht viel mehr,
sie bliebe besser beim Verkehr.
Und durch den Druck, der kommt vom Volk,
kommt auch der Druck - weil kein Erfog -
aus eig' nen Reihen ganz von oben,
no na - soll man sie auch noch loben?
Doch nicht zu weisen von der Hand
sind Pension und Krankenstand,
in die sich flüchtet nun das Team
um vor des Volkes Zorn zu flieh' n.
Und hält auch Einkehr Zank und Hader
in diesen restlos wirren Kader,
so geht's bei Ferdinand voran -
er pirscht sich an die nächste ran.

Der werte Leser weiß Bescheid
drum spare man die Einzelheit.
Hieb um Hieb und Stich um Stich,
es ist ganz einfach fürchterlich!
Und weil die Tat den Kopf befreit
hat's Ferdinand auch nicht gereut.
So zieht der kranke Ferdinand
Weiber mordend durch das Land;
die Katastrophe aber sei
vor allem nur die Polizei -
der will und will es nicht gelingen,
den Ferdl in den Knast zu bringen.

Nur ein paar Monate vergeh' n,
doch hält man Morde schon bei zehn!
Ein Ende ist noch nicht in Sicht –
wer fängt nur diesen Bösewicht ?!
Es raucht der Kopf schon den Gelehrten,
den Grund zu suchen des Gestörten
und Psychiater geben kund
des Täter' s Kopf ist nicht gesund!
Getagt wird nun von früh bis spät,
die Theorie - nur grau und öd -
sieht auf Papier manierlich aus,
die Praxis aber ist ein Graus.
Ja - alle reden sie gescheit,
doch für die Fahndung hat keiner Zeit,
nur weiß es nicht die Polizei -
bald ist die Jagd nach ihm vorbei.
Denn wenn schon niemand helfen kann,
packt es das Schicksal selber an.

Heiß geliebt war schon als Kind
Trixilein - ein Wirbelwind.
Rote Backen, runder Kopf,
Kulleraugen, Lockenschopf,
quietschvergnügt und immer fröhlich,
keine Sorgen, ist das herrlich,
von ihrem Eltern stets umhegt,
ganz zärtlich in das Bett gelegt,
bis es geschah mit einemal :
die Mutter kam samt Kind zu Fall!
Sie sah die Spielzeugpuppe spät,
Trixis Kopf schlägt hart an' s Bett.
Ein dumpfer Laut, schon war es still
und weil der Herr es eben will,
blieb wie ein Wunder sie am Leben-
nur ins Koma fiel sie eben.
Der Vater hat noch in der Nacht
mit seinem Leben Schluss gemacht -
und auch die Mutter, tief gebeugt
hat mit Tabletten sich betäubt.
Kurzum, zerstört war die Idylle;
der Mutter schwacher Lebenswille
der Tochter schlimme Kopfkrankheit
beschattet all die schöne Zeit.

Nach langem Koma- sie war zehn –
lernte Trixi wieder geh' n,
flüssig sprechen fiel ihr schwer
und der Kopf, der schmerzte sehr.
Mit zwanzig Jahren war' s soweit –
vorbei die Zeit der Traurigkeit
des Vaters Tod schien längst vergessen,
Trixi lernte wie besessen
und irgendwie hat sie' s geschafft-
dies gab ihr Mut und sehr viel Kraft.
Ihr Glück war aber erst vollkommen,
als sie sich einen Mann genommen
und einander Treu` sich schworen-
nur dieser Schwur ging bald verloren.
Nach kurzer Eh' schon, fing ihr Mann
zum Spielen und zum Saufen an
und statt der täglich neuen Liebe
gab' s für Trixi meistens Hiebe.

Die Tortur schien endlos lange -
da griff sich Trixi eine Stange
und schlug sie ihrem Mann am Schädel,-
der aufsprang wie ein Topfenknödel.
Blut war hier, Blut war da
Trixi fast dem Wahnsinn nah,
als sie erschöpft zu Boden sank
gab`s keine Zweifel - sie war krank!!
Der Kopf voll Schmerz, mit Druck gefüllt
und innerlich ganz aufgewühlt
begab sich Trixi auf die Flucht -
und morden wurde bald zur Sucht!
Ob jung, ob alt, war ihr egal
sie macht' s mit Messer und mit Schal,
sie macht's, wonach ihr g`rad gelüstet –
und hat sie einen überlistet
dann gab' s für diesen kein Entkommen-
das Leben ward auch ihm genommen.
Sie metzelt irr und mordet toll,
so hat sie bald ein Dutzend voll.
Und - fast schon peinlich, dies zu sagen-
berechtigt sind des Volkes Klagen,
selbstverständlich ihr Begehr,
doch gibt es keine Gegenwehr.
Die Polizei, sie promeniert,
sie hätte besser sich geniert,
denn- Jahrhundertfälle, wie die zwei-
sind noch für jede Polizei
in aller Welt die Möglichkeit
die Kluft, die sie vom Volk entzweit
zu schlie8en und das Ansehen heben-
solch` Chancen wird es nicht viel geben!

Doch eines Nachts, da zeigte sich,
das Glück lässt jeden mal im Stich.
In diesem Falle wie im Thriller
erwischt es endlich beide Killer!
Dabei führt auch mit Akribie
Inspektor Zufall die Regie,
und Schauplatz ist ein kleiner Wald
in dem der beiden Aufenthalt.
Die Trixi sieht den Ferdinand
und nimmt das Messer rasch zur Hand;
den muss ich töten - denkt sie noch
und stolpert raschelnd in ein Loch-
das im Dunkeln sie nicht sah.
Dem Ferdl aber war gleich klar
obwohl im Kopf schon sehr marod-
die will nur eines - meinen Tod!

Wie eine Furie stürmt sie los
versetzt ihm schon den Todesstoß -
im selben Atemzug jedoch
stieß er mit seinem kleinen Dolch
in Trixi 's Fleisch mit letzter Kraft
und dachte schon, er hätt' s geschafft.
Mit starren Augen, den Mund weit offen
stürzt Trixilein- ins Herz getroffen,
mausetot in sich zusammen.
Der Ferdinand, bedeckt mit Schrammen,
rollt sich nun ab, um zu verschnaufen -
sieht Blut aus seinen Wunden laufen
und panikartig fällt' s herab -
der Wald wird auch für ihn zum Grab!!
Er zieht an einem Baum sich auf,
nimmt dabei starken Schmerz in Kauf,
im Kopf beginnt es wild zu toben
und Ferdl möchte noch geloben,
dass er die Taten bitter reute
und wirklich nur zutiefst verscheute,
jedoch - ein Röcheln und ein letzter Blick –
der Tod warf Ferdl hart zurück.

So kam die schicksalshafte Wende -
das Morden war nun doch zu Ende.
Die Mörder aber fand man nie -
sie wurden Futter für das Vieh!
Kein Hahn mehr nach den beiden kräht,
Verwesung wird vom Wind verweht,
Insekten geben noch den Rest
und was zum Schluss man überlässt
wird allerorts Skelett genannt,
die Seelen wurden längst verbannt
und müssen in der Hölle schmoren –
die Polizei blieb ungeschoren!
Da sieht man's wieder, sei 's wie` s sei,
es geht auch ohne Polizei !!!

Franz J. Stiefsohn

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