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Herbstgedicht

Herbstgedicht 

Melancholisch schweift der zarte Blick
über Wiesen und Felder - und zurück
sehnt man sich nach des Sommers Wärme
doch diese rückt in weite Ferne.

Mit kräftigem Rot und leuchtendem Gelb
betritt die Bühne ein neuer Held.
So farbenprächtig und buntgemischt
wird uns vom Herbst reich aufgetischt.
 

Äpfel, Birnen, Zwetschken, Nüsse
helles Lachen, laute Küsse
tanzt die Welt nun ihren Reigen
um dem Mensch voll Stolz zu zeigen:
 

Die Früchte reifen und das Korn
wird nach der Aussaat nun gebor`n.
 

Eifrig geht es dann zur Sach`
fährt man die Ernte ins Gemach
und kostet es so manchen Schweiß
so zahlt man gerne diesen Preis.
 

Ist die Arbeit unter Dach
ruft nun der Pfarrer alle wach
pilgern sie mit Speis und Trank
zum Gotteshaus beim Erntedank.
 

Menschen, Tiere und Maschinen
alle der Natur sie dienen
erhalten hier für ihren Fron
den wohlverdienten Gotteslohn.
 

Nach dem Segen kehrt die Stille
schützt das Land mit Gottes Wille
lässt es ruh' n und Kräfte tanken
um im Frühjahr frisch zu ranken.
 

So tritt der Herbst zum letzten Streich
und macht die Bäume alle gleich:
 

Blätter reißt er von den Bäumen
lässt Straßen in weiche Beete säumen
umhüllt mit feinem Glanz das Land
frohlockend tanzt der Bauernstand.
 

Es kann der Winter wie ein Kissen
das Land beschnei`n, mit gut Gewissen
damit die herrlich weiße Pracht
die Ernte wieder üppig macht.


          Franz J. Stiefsohn

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