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KONRAD SEILER

 KONRAD SEILER

(ein armer-reicher Mann aus Weiler)

Herr Konrad Seiler, jung und tüchtig,
ist leider nach dem Reichtum süchtig.
"Ach", rief er aus, ganz ohne Lügen,
"mit Armut macht es kein Vergnügen."
Deshalb -so denkt er- muss es im Leben
die Formel für den Reichtum geben.
Eine Formel, die ganz leicht
dem Konrad seiner Ehre' reicht.

Das Branchenbuch er schnell studiert,
VERKÄUFER - steht da annonciert -
reiselustig, jung, belesen,
ganz des Konrad Seiler's Wesen.

Der Job, der war alsbald gefunden,
Herr Konrad macht sich auf zum Kunden.
Den schwarzen Koffer in der Hand,
der Inhalt selbst – war leider Tand.
Herr Seiler aber- denkt voll Elan,
beim Juwelier, da fang ich an:
"Gestatten sie, mein lieber Herr,
Geschäftsmann bin ich bitte sehr.
Mein Name, der ist Konrad Seiler
und niemals nie bin ich ein Keiler.

Flugs macht er den Koffer auf -
am Tisch da tummeln sich zuhauf:
Bürsten, Spray's und Schokoriegel,
Zahnprothesen, Pferdestriegel,
Schuheinlagen, schwarze Knöpfe,
Einmachgläser, Suppentöpfe,
Gummiringerl- fast wie neu,
Rezepte für des Baby's Brei;
Malzbonbons und Zuckerstangerl,
etwas Rouge für's zarte Wangerl,
Plastiktiere, bunte Steine
und Strümpf` für lange Frauenbeine.

Der Juwelier, ein weiser Mann,
sieht voller Graus den Schund sich an.
Er weist dem Konrad schnell die Tür:
"Ich brauch das nicht, verschwind von hier!"
Die Tür von Juwelier steht offen,
Herr Seiler räumt den Tisch, betroffen,
dass es ihm verwehrt geblieben,
ein bisschen von dem Ramsch zu sieben
und zu verkaufen von der Pracht,
damit das Glück ihm endlich lacht.

Gegenüber, beim Stand zwei
verkauft Frau Berta allerlei.
Die dicke, nette, alte Frau
versteht ihr Handwerk ganz genau.
Geschickt bewirbt sie ihre Kunden,
der Konrad aber scheint's gefunden -
geschäftig denkt er voll Elan,
bei der Berta fang ich an:
"Gestatten sie, verehrte Dame,
Konrad Seiler ist mein Name.“
Geschäftsmann bin ich, komm aus Weiler
und niemals nie bin ich ein Keiler."

Flugs macht er den Koffer auf -
am Tisch da tummeln sich zuhauf:
Bürsten, Spray's und Schokoriegel,
Zahnprothesen, Pferdestriegel,
Schuheinlagen, schwarze Knöpfe,
Einmachgläser, Suppentöpfe,
Gummiringerl- fast wie neu,
Rezepte für des Baby's Brei;
Malzbonbons und Zuckerstangerl,
etwas Rouge für's zarte Wangerl,
Plastiktiere, bunte Steine
und Strümpf` für lange Frauenbeine.

Kaum packt Herr Seiler aus den Krempel,
kommt schon Berta mit dem Stempel,
drückt ihn Konrad an die Wange:
"Nächstes Mal nehm' ich die Zange!"
schreit sie und verzieht den Mund
für Konrad ist's ein guter Grund
zu verlassen diese Stätte ..
wenn ich ein Quentchen Glück bloß hätte
denkt Konrad traurig auf seiner Reise
und so gelangt er still und leise
ins Nachbardorf, ganz nah beim Teich
das Pfarrhaus - das erblickt er gleich
und Konrad plant nun voll Elan,
beim Pater Petrus fang ich an:
"Gestatten sie, mein lieber Herr,
Geschäftsmann bin ich, bitte sehr.
Mein Name, der ist Konrad Seiler
und niemals nie bin ich ein Keiler.

Flugs macht er den Koffer auf -
am Tisch da tummeln sich zuhauf:
Bürsten, Spray's und Schokoriegel,
Zahnprothesen, Pferdestriegel,
Schuheinlagen, schwarze Knöpfe,
Einmachgläser, Suppentöpfe,
Gummiringerl- fast wie neu,
Rezepte für des Baby's Brei;
Malzbonbons und Zuckerstangerl,
etwas Rouge für's zarte Wangerl,
Plastiktiere, bunte Steine
und Strümpf` für lange Frauenbeine.

"Bedaure sehr, mein lieber Sohn,
den ganzen Plunder hab ich schon
geschenkt bekommen von den Sündern,
dieweilen auch von kleinen Kindern",
sprach der Herr Pfarrer voller Güte,
"und das mich Gott davor behüte
zu kaufen all die unnütz Sachen."
Dem Konrad ist gar nicht zu Lachen,
weil weit entfernt ist nun sein Ziel.
Es ist fürwahr kein leichtes Spiel!

Doch Konrad Seiler ist ein Kämpfer,
er steckt sie weg, die kleinen Dämpfer
und wagt auch gleich den nächsten Sprung
denn Frechheit siegt und hält auch jung!
Der Konrad denkt nun voll Elan,
beim Kinderheim, da fang ich an:
"Gestatten sie, verehrte Dame,
Konrad Seiler ist mein Name.
Geschäftsmann bin ich, komm aus Weiler
und niemals nie bin ich ein Keiler."

Flugs macht er den Koffer auf
am Tisch da tummeln sich zuhauf:
Bürsten, Spray's und Schokoriegel,
Zahnprothesen, Pferdestriegel,
Schuheinlagen, schwarze Knöpfe,
Einmachgläser, Suppentöpfe,
Gummiringerl- fast wie neu,
Rezepte für des Baby's Brei;
Malzbonbons und Zuckerstangerl,
etwas Rouge für's zarte Wangerl,
Plastiktiere, bunte Steine
und Strümpf` für lange Frauenbeine.

"Herr Seiler", nun die Tante spricht,
"ich glaube fast, so geht das nicht!
Sie haben sich, mir scheint's verlaufen
was sollen diese Kleinen kaufen?"
Doch ehe sich's die Tant' versah
umringt den Konrad schon die Schar
und viele kleine Kinderhände
bitten ihn um eine Spende.
Dem Konrad Seiler, darf man sagen,
vor Rührung schon die Tränen plagen.
Er kniet vor diesen Kindern nieder
die eig' ne Kindheit spiegelt wieder,
erinnert ihn, wie arm er war -
trotzdem war es wunderbar -
er hatte Eltern, die mit Liebe
ihn umsorgten, von der Wiege
bis zum Eintritt in das Leben;
das konnte ihm kein Reichtum geben
weiß Konrad jetzt und fängt sodann
Geld hin, Geld her - mit der Verteilung an.

Bald schon war der Koffer leer,
dem Konrad fiel es gar nicht schwer
zu schenken diese tolle Sachen.
Wie fröhlich klingt das Kinderlachen
dem Konrad Seiler in den Ohren -
hier hat der Geiz nun nichts verloren,
weiß Konrad Gott sei Dank Bescheid-
er hat es später nie bereut!

Die Tante aus dem Kinderheim
fing mit Charme den Konrad ein.
Kurz darauf schon stand das Paar
glückstrahlend vor dem Traualtar,
wo Pater Petrus gab den Segen -
das Brautpaar küsste sich verlegen.
(Erfahren soll man, dass die Braut
mit Konrad's Strümpf bedeckt die Haut
ihrer langen Frauenbeine -
nur die Wirkung, die war keine –
und dies tat den Gästen leid -
versteckt die Reize doch das Kleid!)

Zu guter Letzt kam auch zurück
des Konrad's lang ersehntes Glück
in Form von reichem Kindersegen
(die Störche kamen' auch bei Regen!)
Das Glück mit aller Macht erzwingen
wird niemals Freud` ins Leben bringen
und deutlich wurde es geklärt:
nach Reichtum streben ist verkehrt
die Li e b e ist der wahre Wert!

Franz J. Stiefsohn


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